Rückenschmerzen sind ein Volksleiden. Chronische Rückenschmerzen betreffen heutzutage fast jeden zweiten Menschen. Die Ursachen sind vielfältig.  Aufgrund ihres komplexen Aufbaus ist die Wirbelsäule anfällig für Erkrankungen wie z.B. Muskelzerrungen, Bandscheibenvorfälle und Knochenbrüche.

Sind die Schmerzen trotz konservativer Maßnahmen (z.B. regelmäßige Schmerzmittel, Krankengymnastik, Massagen, u.s.w.) nicht rückläufig, empfiehlt sich die Vorstellung bei einem Wirbelsäulenspezalisten. In der Eifelklinik St. Brigida wird das komplette Spektrum der Wirbelsäulenerkrankungen behandelt. In der Wirbelsäulen-Spezialsprechstunde erfolgt zunächst eine ausführliche Diagnose und anschließend die eingehende und verständliche Beratung über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. Zusätzlich steht für besonders akute und schwere Fälle 24 Stunden pro Tag unsere Rettungsstelle zur Akutbehandlung zur Verfügung.

Die Wirbelsäulenchirurgie der Eifelklinik Simmerath ist mit jährlich knapp 400 teils sehr komplexen Operationen sowie ähnlich vielen nicht-operativ behandelten stationären Patienten eine der größten und somit routiniertesten Abteilung in der gesamten Städteregion Aachen und Nordeifel und kann somit auf weitreichende Erfahrung und Expertise zurückgreifen.

Ein besonderer Schwerpunkt gilt in Simmerath den Patienten mit Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliose). Chefarzt PD Dr. med. Per Trobisch gilt als international anerkannter Experte auf diesem Gebiet, das zu den schwierigsten Bereichen der Wirbelsäulenchirurgie zählt. Als einer von nur wenigen Experten in ganz Deutschland wird er von der internationalen Wirbelsäulengesellschaft, der Scoliosis Research Society, empfohlen. An der Eifelklinik wird das komplette Spektrum der Skoliosechirurgie vom Kleinkindes- bis ins Seniorenalter angeboten.

Behandelte Krankheitsbilder
  • Bandscheibenvorfälle
  • Wirbelkanalvernungen / Spinalkanalstenosen
  • Wirbelbrüche
  • Verschleiß (z.B. Osteochondrose)
  • Entzündungen
  • Skoliosen (Verkrümmungen)
  • Kyphosen
  • Tumore
Leistungsspektrum Operationen

Die Spezialisten der Wirbelsäulenchirurgie in der Eifelklinik Simmerath bieten das komplette Spektrum der Diagnostik, interventionellen konservativen und operativen Therapie sowie eine umfassende Nachbehandlung an.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Einsatz schonender minimalinvasiver Behandlungsverfahren – sowohl bei Bandscheibenvorfällen im Bereich der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule als auch bei komplexen Erkrankungen wie Skoliosen, Missbildungen und Tumoren. Mit der minimalinvasiven Operationstechnik kommt zudem eine Vielzahl modernster Implantatsysteme zum Einsatz.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Behandlung sogenannter „hoffnungsloser“ Fälle, die z.B. schon mehrfach vorperiert sind. Oft findet sich nach intensiver Diagnostik noch ein Weg zur weiteren Schmerzlinderung.

Übersicht Operationen

  • Minimalinvasive Dekompressionsoperationen
  • Bandscheibenersatz
  • Fusionsoperationen (Versteifungsoperationen)
  • Kyphoplastien
  • Tumoroperationen
  • Korrekturoperationen bei Kyphose/Skoliose
  • Nicht-versteifende Operationen bei Skoliose
  • Konservative Skoliosetherapie
Schwerpunkt Skoliose: Dynamische Skoliosekorrektur

Vertebral Body Tethering (VBT), Anterior Scoliosis Correction (ASC) oder Dynamische Skoliosekorrektur (DSK): diese drei Begriffe werden synonym verwendet und beschreiben eine neuartige, nicht versteifende Operationsmethode zur Behandlung der idiopathischen Skoliose bei Kindern und Jugendlichen. Dr. Trobisch  gehört zu einer kleinen Auswahl von Chirurgen weltweit, die sich intensiv seit Jahren mit dieser Technik befassen.* (unter anderem Randall Betz (New Jersey), Amer Samdani (Philadelphia), Baron Lonner (New York), Peter Newton (San Diego), Jason Bernard (London)* In Deutschland ist Dr. Trobisch bisher der einzige Operateur, der diese Technik anwendet. Der Begriff Dynamische Skoliosekorrektur wurde von Dr. Trobisch für den deutschsprachigen Raum eingeführt, da ASC zu leicht mit der in Deutschland sehr populären vorderen Versteifung der Wirbelsäule verwechselt werden kann.

FAQs

Was ist eine Skoliose und wie wird sie bisher behandelt?
Eine Skoliose ist eine Verkrümmung der Wirbelsäule, die ab einer bestimmten Schwere operiert werden sollte. Die bisherige Standardoperation ist eine Versteifung der Wirbelsäule, die häufig mehrere Wirbel umfasst – nicht selten bis zu 12 Wirbel.
 
Was ist neu an der Dynamischen Skoliosekorrektur?
Bei dieser Technik werden die Wirbel, wie bei der Versteifung mit Schrauben besetzt, die Schrauben dann jedoch mit einem speziellen Seil (geflochtener medizinischer Kunststoff) verbunden. Damit lässt sich die Krümmung korrigieren und die Wirbelsäule bleibt beweglich.

Veranschaulichung am Beispiel einer Patientin (Stefania, 15 Jahre alt)

Stefania, 6 Wochen nach der OP: zum Video
 
Warum hat diese Technik drei verschiedene Namen?
Als diese Technik entwickelt wurde, wurde sie Vertebral Body Tethering (VBT) genannt. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung des Vertebral Body Staplings (VBS), das noch Klammern statt Schrauben verwendete. Die Beschreibung der OP-Technik für VBS stammt übrigens von Dr. Trobisch und Dr. Betz.
VBS und VBT waren vor allem für kleine Kinder (oft unter 10 Jahre) gedacht. Mit VBS/VBT wurde die Wirbelsäule auf der Außenseite der Krümmung befestigt, damit die Innenseite weiterwächst und die Wirbelsäule so gerade wächst.
VBT beschreibt somit nicht alle Möglichkeiten der Technik, da nicht nur ein „tethern“ (zu deutsch: Abbinden) der Wirbelsäule möglich ist, sondern bereits eine intraoperative Korrektur der Skoliose, weswegen sich international zunehmend der Begriff Anterior Scoliosis Correction (ASC) durchsetzt.
 
Für wen kommt die DSK in Frage?
Prinzipiell für jede Skoliose im Kindes- und Jungendalter, die bereits die Indikation zur klassischen Versteifung hat – also mehr als ca. 50° beträgt.  Je beweglicher die Krümmung noch ist, desto besser lässt sie sich mit der DSK korrigieren, wobei auch sehr rigide Skoliosen operiert werden können.
 
Was sind die Vorteile der DSK?
Ein Vorteil ist die im Vergleich zur Versteifung weniger invasive OP-Technik. In vielen Fällen lässt sich diese OP mit der sogenannten videoassistierten minimalinvasiven Technik durchführen. Dadurch sind die Schmerzen nach der Operation in der Regel geringer als nach einer klassischen Versteifung. Der wichtigste Vorteil ist jedoch der Erhalt der Beweglichkeit und dadurch möglicherweise auch die günstigere Auswirkung auf die Nachbarsegmente.
Ein weiterer Vorteil ist die kürzere Gesundungsphase. Während bei der klassischen Versteifung häufig für mehrere Monate auf körperliche Belastungen oder sportliche Tätigkeiten verzichtet werden sollte, ist die Vollbelastung nach einer DSK in der Regel innerhalb weniger Wochen erreicht.
 
Gibt es Risiken?
Da die Methode relativ neu ist, gibt es bisher keine Langzeitstudien. Dadurch ist es nicht möglich eine Aussage über eine Erfolgsquote zu treffen.
 
Was passiert wenn das Seil reißt?
Sollte das Seil nach einer gewissen Zeit reißen ist noch nicht klar, ob die Wirbelsäule möglicherweise aufgrund der Anpassung des Gewebes in der geraden Stellung bleibt oder ob die Skoliose zurückkehrt. Im letzteren Fall könnte man das Seil ersetzen oder immer noch eine Versteifung der Wirbelsäule vornehmen.
 
Warum gibt es die DSK erst jetzt?
Die Technik, eine Wirbelsäule mit einem Seil zu stabilisieren gibt es schon seit über zehn Jahren – seit es die technischen Möglichkeiten gibt, derart feste Seile für den medizinischen Gebrauch herzustellen. Allerdings wurden diese Techniken vor allem für verschlissene Lendenwirbelsäulen verwendet. Innerhalb der letzten Jahre haben einige Chirugen angefangen, diese Techniken auch bei Skoliosen anzuwenden. Die Erfahrungen wurden dann dazu verwendet, ein eigens für die Skoliose gedachtes Implantatsystem zu entwickeln. Dieses ist seit Mai 2017 zugelassen und Dr. Trobisch war der erste Chirurg weltweit, der das neue System schließlich im Juni 2017 bei einem Patienten verwendet hat.
 
Wird die OP von der Krankenkasse übernommen?
Bisher werden die Kosten nicht automatisch von den Krankenkassen übernommen. Das liegt vor allem daran, dass diese Operation noch nicht im Prozedurenkatalog erwähnt ist – mit anderen Worten, die Krankenkassen wissen noch gar nicht, dass es diese OP-Möglichkeit gibt. Die Eifelklinik St. Brigida arbeitet mit Hochdruck an einem Antrag zur Aufnahme dieser OP-Technik in den Prozedurenkatalog der Krankenkassen. Bis dahin bleibt nur die Möglichkeit, die Kosten selber zu tragen oder einen individuellen Antrag auf Kostenübernahme bei der eigenen Krankenkasse zu stellen.
Team

PD Dr.med. Per Trobisch

Chefarzt Wirbelsäulenchirurgie

Dr. med. Eslam Darwish

leitender Oberarzt

 

Dr. med. Sabrina Rey

Fachärztin

Sprechstunden

Sprechstunden

Dienstags und Donnerstags 8.30 bis 15 Uhr
Mittwochs und Freitags 8.30 bis 11 Uhr
Und nach Vereinbarung

Für Sprechstundentermine bitten wir um eine telefonische Terminabsprache.

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