Gelenkerhaltende Chirurgie und Osteotomien in der Eifelklinik St. Brigida
Eine Fehlstellung der Beinachse (wie O-Beine oder X-Beine) oder eine Verdrehung des Beins führt häufig zu einer einseitigen Überlastung des Kniegelenks und kann Instabilitäten sowie frühzeitigen Knorpelverschleiß begünstigen. Im Rahmen einer gelenkerhaltenden Osteotomie (Umstellungsoperation) korrigieren wir diese Fehlbelastung gezielt.
Bei diesem modernen, gelenkerhaltenden Eingriff wird der Knochen präzise durchtrennt, in die ideale Achse ausgerichtet und mit stabilen Platten sowie Schrauben fixiert. Das vorrangige Ziel der Beinachskorrektur: Die Gelenkbelastung wieder gleichmäßig zu verteilen, die natürliche Gelenkführung zu verbessern und das eigene Kniegelenk langfristig zu erhalten – um einen künstlichen Gelenkersatz möglichst gar nicht oder erst deutlich später zu benötigen.
Die Korrektur richtet sich nach der Fehlstellung
Eine erfolgreiche Achskorrektur erfordert eine exakte Analyse des gesamten Beins. Mithilfe einer hochpräzisen Ganzbeinaufnahme im Stehen bestimmen wir genau, auf welcher Höhe die Fehlstellung entsteht und wie stark das Kniegelenk belastet wird. Je nach individuellem Befund ergänzen wir die Diagnostik durch hochauflösende MRT-Aufnahmen, spezielle Röntgenbilder oder eine detaillierte Untersuchung des Rotationsprofils.
Die Korrektur der Beinachse erfolgt exakt dort, wo die Ursache liegt:
- Umstellung am Schienbein (Tibiakopf-Osteotomie): Häufig angewendet bei O-Bein-Fehlstellungen zur Entlastung des inneren Kniebereichs.
- Umstellung am Oberschenkel (Femur-Osteotomie): Bevorzugt bei X-Bein-Fehlstellungen zur Entlastung des äußeren Kniebereichs.
- Doppel-Osteotomie (Biplanare Umstellung): Korrektur auf beiden Ebenen bei komplexen Achs- und Rotationsabweichungen.
Das Lebensalter allein ist kein Ausschlusskriterium für eine gelenkerhaltende Operation. Entscheidend für den Erfolg sind Ihre individuelle Knochenqualität, Ihr körperlicher Aktivitätsgrad, der aktuelle Gelenkzustand sowie Ihre persönlichen Beschwerden.
Verfahren im Überblick
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Hohe tibiale Osteotomie HTO
Achsberichtigung am oberen Schienbein. Je nach Planung öffnende oder schließende Korrektur, häufig zur Entlastung des inneren Gelenkanteils bei O-Bein-Stellung.
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Distale femorale Osteotomie DFO
Korrektur am unteren Oberschenkel. Je nach Ursprung der Fehlstellung varisierend oder valgisierend, öffnend oder schließend.
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Doppelosteotomie Double Level Osteotomy
Verteilung der Achskorrektur auf Oberschenkel und Schienbein, wenn beide zur Fehlstellung beitragen oder eine einzelne Korrektur die Gelenklinie ungünstig verändern würde.
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Derotationsosteotomie
Korrektur einer relevanten Verdrehung am Oberschenkel oder Schienbein, etwa bei ausgewählten Formen patellofemoraler Instabilität.
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Korrektur der tibialen Neigung Slopekorrektur
Anpassung der Neigung des Schienbeinplateaus in der seitlichen Ebene, gegebenenfalls als flektierende oder extendierende Osteotomie. Spezielle Indikation bei ausgewählten Bandinstabilitäten und Revisionen.
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Tuberositas-tibiae-Osteotomie TTO
Versetzung des Patellarsehnenansatzes zur Verbesserung der Kniescheibenführung oder zur gezielten Entlastung. Je nach Befund Medialisierung, Distalisierung oder Anteromedialisierung.
Gelenkerhalt als Teil eines Behandlungsplans
Eine gelenkerhaltende Osteotomie (Umstellungsoperation) entfaltet ihre beste Wirkung oft im Rahmen eines ganzheitlichen Behandlungsplans. Um das Kniegelenk umfassend zu stabilisieren und zu schützen, kombinieren wir die Beinachskorrektur häufig in demselben Eingriff mit weiteren schonenden Verfahren:
- Kombination mit Meniskusnaht: Entlastet das genähte Meniskusgewebe direkt während der Heilungsphase.
- Kombination mit Knorpeltherapie: Schützt regenerative Knorpeltransplantate oder Knorpelreparaturen vor erneuter Fehlbelastung.
- Kombination mit Bandrekonstruktion: Stützt das Kniegelenk bei komplexen Bandinstabilitäten (z. B. Kreuzbandrekonstruktion).
Wichtig zu wissen: Eine Umstellungsoperation ist keine Universallösung für jede Form von fortgeschrittener Kniearthrose und kann einen künstlichen Gelenkersatz (Knie-TEP) in späteren Jahren nicht in jedem Fall verhindern. Sie verschafft dem eigenen Gelenk jedoch oft viele wertvolle, beschwerdefreie Jahre.
Rehabilitation & Heilungsverlauf
Nach der Operation stimmen wir die Belastung und die physiotherapeutische Rehabilitation exakt auf das Ausmaß der Korrektur, die gewählte Implantatstabilität und Ihre individuelle Knochenheilung ab.
Weiterführende Informationen
Erfahren Sie mehr über die Behandlung einer Instabile Kniescheibe und MPFL-Rekonstruktion auf der Seite Sportverletzungen und Arthroskopie.
Leistungsspektrum
Wir freuen uns über eine überdurchschnittlich hohe Weiterempfehlungsrate bei der weltweit größten Patientenbefragung der Weissen Liste und über 92 Prozent zufriedene Patienten, die ihre Erfahrungen auf unabhängigen Bewertungsportalen teilen.








